Anja Lotz fordert im Namen der Fraktion die Stadt auf, sich um Kulturgüter zu kümmern

Veröffentlicht am 28.02.2021 in Fraktion

Weikersheim bietet viel: Sehenswürdigkeiten wie das unvergleichliche Renaissanceschloss mit Schlossgarten, eine schöne Altstadt mit dem wunderbaren Ambiente…“ So titelt die Homepage der Stadt Weikersheim. So macht die Stadt auf sich und ihre historischen Kulturgüter aufmerksam und wirbt für den Tourismus sowie die Wohn- und Unternehmensansiedlung gleichermaßen.

Sehenswürdigkeiten müssen gepflegt und gehegt und auch hin und wieder restauriert werden, um möglichst lange der Nachwelt erhalten zu bleiben. Gerade dann, wenn sie den Anspruch eines Alleinstellungsmerkmals zum Anwerben des Tourismus erfüllen möchten. Dabei spielt es keine Rolle, in wessen Eigentum die Kulturgüter stehen, sobald sie für die Öffentlichkeit sichtbar sind, gehören sie zum Allgemeingut einer Stadt.

Daher verwundert es uns umso mehr, dass die immer wieder einstürzende Trockenmauer des Carlsbergs, die in den Wanderführern des Panoramaweges erwähnt wird, vom Gemeinderat und der Verwaltung ignoriert wird. Die bisher vorgenommenen Instandsetzungsarbeiten entsprechen mitnichten einem professionellen und historischen Erhalt der Mauer. Wurden doch die wiederhergestellten Mauerpassagen mit Zement verfugt. Das typische Trockenmauerbild ist dadurch an vielen Stellen bereits verloren gegangen.

Bei Nachfragen und Bemängelung des Carlsbergmauer-Zustandes bekommen wir stets zu hören, dass die Mauer nicht im Eigentum der Stadt stehe und somit die Verwaltung und Gemeinderäte nichts anginge. Allerdings weisen städtische Richtungsschilder auf den Carlsberg hin. Und schließlich wirbt die Stadt auf der Titelseite ihrer Homepage mit einem Renaissanceschloss, obwohl sich das Schloss nicht im Eigentum der Stadt Weikersheim befindet.

Doch nicht nur den unsere Heimat prägenden und im Privatbesitz stehenden historischen Kulturgütern müssen wir unsere Aufmerksamkeit widmen, sondern wir müssen auch bei unserem städtischen Eigentum Achtsamkeit walten lassen. Daher bitten wir um einen fachkundigen Zustandsbericht des Marktplatzbrunnens. Im denkmalpflegerischen Werteplan ist folgender Text über den Brunnen zu lesen: "Brunnen mit achteckigem Brunnentrog aus Muschelkalk, profilierter Abschluss und Kassetten, zum Teil mit Diamantierung; die Brunnensäule aus Sandstein, mit Wappen verziert und von Putten bekrönt; bez. 1767, 2002 Brunnensanierung. Als einem von drei innerstädtischen Brunnen kommt dem Marktbrunnen wegen seines exponierten Standortes und der reichen künstlerischen Ausgestaltung hoher Zeugniswert für die Stadtgestaltung zu, neben seinem dokumentarischen Wert für die historische Wasserversorgung der Stadt." Weiter kann zum Brunnen ausgeführt werden, dass auf einer Seite das Weikersheimer Stadtwappen und auf der anderen Seite das Allianzwappen Hohenlohe und Sachsen-Hildburghausen angebracht sind. Letzteres    weist auf die Stifter hin: Ludwig Friedrich Carl von Hohenlohe (1723 bis 1805), war mit Sophia Amalia Carolina, Herzogin zu Sachsen-Hildburghausen (1732 bis 1799) verheiratet. Die Brunnensäule wird von der allegorischen Gestalt der Fama bekrönt.                                                                                                          Außerdem weisen wir auf die barocken Grabsteine des Weikersheimer Friedhofs hin.  Sie entstammen dem 17. Jahrhundert und sind beim Eintritt in den Friedhof entlang der linken Seite in die Friedhofsmauer eingelassen. Die Inschriften sind kaum noch leserlich und die Grabsteine dem Verfall ausgesetzt.  Diese Elemente gehören zur Kulturgeschichte unserer Stadt und müssen dringend erhalten werden. Es böte sich an, die Steintafeln im Zuge der Friedhofs-Neukonzeption zu restaurieren und für ihren dauerhaften Erhalt zu sorgen.

 

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