SPD-Landtagskandidat Anton Mattmüller besucht Weikersheimer Dorfmuseum

Veröffentlicht am 11.03.2021 in Veranstaltungen

Mit der geschichtlichen Vergangenheit des Main-Tauber-Kreises beschäftigte sich der SPD-Landtagskandidat Anton Mattmüller bei einem Gang durch das Tauberländer Dorfmuseum Weikersheim. Mit von der Partie war auch die Zweitkandidatin Anja Lotz. Für die Führung könnten sie Günter Breitenbacher gewinnen, der sechs Jahre lang die Verantwortung für das Museum getragen hat.

Wie wichtig dem Kandidaten die Auseinandersetzung mit der eigenen historischen Geschichte ist, beschrieb er während des Gangs durch das Museum mit folgenden Worten: „Alles driftet auseinander, nicht nur in Corona-Zeiten. Alt stellt sich gegen Jung und umgekehrt, gerade wenn es um Klimafragen geht. Doch das Museum hier zeigt, wie eng die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten miteinander verbunden waren. Knecht, Magd, Großeltern, Eltern und Kinder saßen an einem großen Tisch und aßen das gleiche Essen. Alles ging nur im Miteinander, die Arbeit war zu hart, als dass man sich Alleingänge erlauben konnte. Heute könne man nur zusammen aus der Pandemie kommen und das Klima schützen.“ 

Günter Breitenbacher bedauerte, dass die Schulen das Angebot zu Führungen im Museum kaum in Anspruch nehmen, obwohl die greifbare Geschichte direkt vor der Haustür zu finden sei. Er macht sich auch große Sorgen um die Zukunft des ehrenamtlich geführten Dorfmuseums, das in dem um 1580 von den Hohenloher Herrschaften erbauten Kornbau untergebracht ist und im Schatten des Weikersheimer Schlosses steht. Die Vereinsmitglieder kämen zum Teil in die Jahre; der interessierte Nachwuchs und das Geld für ein Marketingprogramm fehlten. Die Stadt tue ihr Bestes zur Unterstützung des von Kurt Meider gegründeten Dorfmuseums, das seit 1972 vom Verein Tauberfränkische Volkskultur betreut wird. Für das im Privatbesitz des Weinguts Schumm stehende Gebäude gebe es mit der Stadt Weikersheim einen Mietvertrag. Diese habe den Kornbau dem Verein unentgeltlich für das Dorfmuseum zur Verfügung gestellt.

Das Museum verdeutlicht auf vier Stockwerken eindrucksvoll das harte Leben und Arbeiten in früheren Zeiten. Mit Redewendungen wie „unter die Haube kommen“ und „die Spreu vom Weizen trennen“ oder mit dem Spruch „den Fusel kannst du selber trinken“ ging Günter Breitenbacher bei seiner Führung auf die früheren Lebensverhältnisse ein. Er ging auch auf die damalige Kleiderordnung, die Farbvorgaben für katholische und protestantische Kirchgängerinnen und das große „M“ auf der reich verzierten Sonntagstracht ein. Und für die Überdachung des Ehebetts und das Schlafen im Sitzen präsentierte er überraschende Antworten. Und er machte den beiden Besuchern klar, dass das Museum mit der wertvollen Sammlung an Schränken der Schreinerwerkstatt Johann Michael Rößler in Untermünkheim ein Alleinstellungsmerkmal hat.. 

Eine Heizung besitzt das Dorfmuseum nicht. So kam dem SPD-Landtagskandidaten, Anton Mattmüller, beim Heraustreten auf die Außentreppe die Februarluft erstaunlich warm vor. Anja Lotz und er bedankten sich begeistert bei Günter Breitenbacher für die lebendige Zeitreise. Man war sich einig, dass die Exponate des Museums, welche die Geschichte der tauberfränkischen Dorfbevölkerung dokumentieren, ein schützenswertes Kulturgut bilden, um Gegenwart und Zukunft zu verstehen.

 

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