Besuch im Europaparlament– Eindrücke von zwei Weikersheimer Teilnehmern (Bernhard Brendel und Dr. Wolfgang Dolezol)

Veröffentlicht am 17.08.2023 in Veranstaltungen

Dieser Bericht beschreibt die persönlichen Eindrücke von zwei Teilnehmern aus Weikersheim an der Informationsreise der SPD-Kreisverbände Main-Tauber und Neckar-Odenwald zum Europaparlament nach Straßburg am 13. Juli 2023. Hinsichtlich der Inhalte des Gesprächs mit Prof. Repasi sei auch auf den Bericht der Kreis-SPD (spd-maintauber.de) verwiesen.Wir hatten noch nie ein Parlamentsgebäude vom innen gesehen, deshalb waren wir sehr gespannt, was uns erwarten würde. Sicher kennt man die Bilder aus dem Fernsehen, aber ein persönliches Erleben ist doch etwas anderes. Mit einer Reihe anderer Mitfahrer stiegen wir am Park&Ride-Parkplatz Boxberg in den Bus. Die Anfahrt dieser-Parkplätze hat unserem Busfahrer sein ganzes Können abverlangt. Mit jedem Halt füllte sich der Bus immer mehr, sodass wir schließlich mit ca. 50 Personen in Straßburg am Parlamentsgebäude ankamen.

Nun würden wir also gleich eintauchen in eines der Zentren europäischer Politik. Nach einer Kontrolle wie am Flughafen ging es durch eine Art Tunnel und dann standen wir auf dem großen, ovalen Innenhof des Parlamentsgebäudes, rundum umgeben von einer beeindruckenden Fassade aus Glas und Beton. Dort wurden wir von einem Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Empfang genommen, der uns während des gesamten Parlamentsbesuchs begleitete und uns durch das Gebäude führte. Er machte uns darauf aufmerksam, dass ein Teil des Gebäudes unfertig wirkt. Dies ist jedoch keine Folge des Brexits oder knappe Geldmittel, sondern die Architekten wollten damit symbolisieren, dass auch Europa noch lange nicht vollendet ist.

Unser Weg führte uns auf lichtdurchfluteten Gängen, vorbei an Besprechungsräumen und Büros zum Besucherbalkon im Plenarsaal. Unterwegs sahen wir auch einige Fernsehteams, die Interviews mit Parlamentariern aufzeichneten.

Der Plenarsaal selbst wirkte noch gewaltiger als wir uns das vorgestellt hatten. Wie ist es möglich, dass Menschen aus so viel verschiedenen Ländern Themen erörtern und konstruktive Vorschläge erarbeiten?  Eine große Herausforderung ist die Sprachenvielfalt. Jedes Mitgliedsland der EU darf eine Landessprache bestimmen, in welcher die eigenen Beiträge gehalten werden können und in welche die Beiträge anderssprachiger Sitzungsteilnehmer übersetzt werden. Da die Übersetzer nicht alle möglichen Sprachkombinationen beherrschen, erfolgt die Übersetzung oft zweistufig, d.h. ein Beitrag wird zunächst in eine der Hauptsprachen übersetzt und von dort aus weiter in die jeweilige Landessprache. Trotzdem erfolgt die Übersetzung simultan. Auch in Zuschauerraum konnten wir über Kopfhörer die verschiedenen Sprachkanäle mithören. Durch den Brexit wäre Englisch als Sprache eigentlich aus dem Europaparlament verschwunden, aber es wurde beschlossen, Englisch als Sprache wegen seiner weltweiten Verbreitung beizubehalten.

Das Europaparlament unterscheidet sich in der Arbeitsweise von anderen Parlamenten. Fraktions- und länderübergreifende Zusammenarbeit ist an der Tagesordnung, und Fraktionszwangs findet praktisch nicht statt.

Beeindruckt hatte uns auch, wie knapp die Redezeiten mit 30 Sekunden oder einer Minute bemessen sind und mit welcher Konsequenz das Sitzungspräsidium auf die Einhaltung der Redezeiten achtet. 

 

 

Gespräch mit MdEP Prof. René Repasi/SPD

Ein Höhepunkt der Reise war ein Gespräch mit dem SPD-Europaabgeordneten René Repasi, der auch die beiden Kreise Main-Tauber und Neckar-Odenwald im Europaparlament vertritt. Anhand seines Lebenslaufs verdeutlichte er den Geist und die Errungenschaften Europas. Er hat einen Ungarn als Vater und eine Deutsche als Mutter, ist mit einer Polin verheiratet und wurde nach seiner akademischen Ausbildung an die Erasmus-Universität Rotterdam berufen. Nicht nur im Hinblick auf die Europawahl versuchen populistische Gruppierungen dem Ansehen Europas zu schaden. Die EU suche derzeit nach Mitteln, um Länder wie Ungarn und Polen zur Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen zu bringen.

Nach dieser Vorstellung konnten wir wie alle Mitglieder der Reisegruppe Fragen an Prof. Repasi stellen. Es ging unter anderem darum, das soziale Gleichgewicht (z.B. Entlastung für den „kleine Mann“) zu verbessern. 

 

 

Straßburg – Eine Stadt mit deutsch-französischer Tradition

Nach der Besichtigung des Europaparlaments wurde die Reisegruppe vom Bus in die Innenstadt gebracht. Dort standen uns noch zwei Stunden zur Verfügung, um Straßburg auf eigene Faust zu erkunden. Die Stadt liegt nicht nur an der Deutsch-Französischen Grenze, Namen von Straßen und Ortsteilen, aber auch viele Gebäude zeugen von der wechselhaften Geschichte der Stadt mit deutschen und französischen Einflüssen.

Zum Schluss des Straßburg-Besuches erlebten wir noch eine kleine Überraschung. Als wir zum vereinbarten Treffpunkt für die Rückfahrt kamen, waren dort alle Straßen zur Vorbereitung des Nationalfeiertags am nächsten Tag gesperrt. Stattdessen erlebten wir eine Probe für den Feiertagsaufmarsch.

Nach einem kurzen Fußmarsch erreichten wir dann den Bus und konnte nach einem informativen und ereignisreichen Tag zufrieden nach Hause fahren.

 

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