Elpersheimer Radler-Lösung

Veröffentlicht am 21.12.2022 in Aktuelles

Leserbrief zum Artikel „Elpersheimer pochen auf Radler-Lösung“ vom 06.12.2022 von Anja Lotz

Wir alle kennen das: Zwischen dem, was wir uns leisten können und dem, was wir uns gerne leisten würden, liegen allzu oft Berge.

Es ist sehr schade, dass Stimmung gemacht wird und Teile der Elpersheimer Bevölkerung gegen die Kernstadt, die Verwaltung und den Gemeinderat aufgebracht werden. Ein Ortsvorsteher sollte einen und nicht entzweien!

 

Weikersheim ist nach wie vor nicht auf Rosen gebettet und darf weder die Anschaffungs- noch die Folgekosten von Bauwerken aus den Augen verlieren. Dazu gehören bei Brücken die Inspektionen, Wartungen, Instandsetzungen, Zuwegungen, Beleuchtung sowie die Abschreibung.

In der Vergangenheit wurden viele Bauwerke in Weikersheim und den Teilorten nicht pfleglich behandelt. Denken wir nur an die alte Taubertalhalle in Elpersheim. Entsprechend hochpreisig wurde die späte Sanierung, die weit über dem geplanten Budget lag und das Gebäude schon fast zu einem Neubau gemacht hat. (Über den ich mich für Elpersheim sehr freue)

Weikersheim schiebt einen großen Investitionsstau für Sanierungs- und Wartungsarbeiten vor sich her. Das reicht von Straßen mit Kanalisation, Brücken, bis hin zu vielen kommunalen Gebäuden mit Schulen oder Hallenbad. In der Vergangenheit wurde anstatt Instandhaltung lieber das eine oder andere Neubauprojekt angepackt. Und die Neubauten belasten jetzt den Ergebnishaushalt mit hohen Abschreibungen besonders.

Am Rande bemerkt, schafft die Politik aus meiner Sicht oftmals falsche Anreize. Die Landes- und Bundesfördermittel für Neubauprojekte sind zumeist wesentlich höher, als die Mittel für Sanierungsaufwendungen im Bestand. Das führt dazu, dass Bauwerke immer wieder nur verbraucht und die Kosten für den Erhaltungsaufwand klein gehalten werden.

Doch in Elpersheim ist für mich der wesentlich wichtigere Aspekt, dass ich nicht die Menschen aus ihrem Heimatort mit einer Umgehungsbrücke outsource, sondern meinen Heimatort lebenswert erhalte.

Jung, alt und den Radverkehr um den Ort herumzuleiten ist doch keine Lösung!

Die vielen geparkten Fahrzeuge entlang der Straße sind doch gerade ein Statement, dass die Bewohner eine Temporeduktion und gegenseitige Rücksichtnahme wünschen.

Die Deutschordenstraße in Elpersheim ist eine Kreisstraße und der Kreis kann bestimmen, dass entlang dieser Straße eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird. Gleichzeitig kann ein Nachtfahrverbot für den Schwerlastverkehr ab 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr zugestanden werden.

Ohne Herunterregelung der Geschwindigkeit ist die Straße eine potentielle Gefahr für den Radverkehr und Fußgänger. Und das gilt vor allem für das Queren der Straße, welches auch mit Umgehungsbrücke noch gegeben wäre. Und angenommen, es gäbe eine zusätzliche Brücke, viele würden den Umweg über die Brücke nicht in Kauf nehmen. Und ich persönlich würde kein Kind bei Dunkelheit aus dem Ort herauslotsen, um es über eine abseitsgelegene Brücke über die Tauber zu schicken.

Der Fünf-Sterne-Radweg sollte gerade für den Kreis ein wichtiges Argument sein, um das Tempo für den Kraftverkehr im Ort herauszunehmen. Und das Nachtfahrverbot wäre ein klares Bekenntnis zur Bevölkerung Elpersheims. Denn auch Lärm macht krank und er macht wütend, wenn man zerknirscht Kraftfahrzeuge anstatt Lämmchen im Bett zählt.

Und deshalb fordere ich den Kreis auf, endlich eine Tempo-30-Zone und ein Schwerlast-Nachtfahrverbot entlang der Deutschordenstraße in Elpersheim einzurichten. Denn eine Temporeduktion bedeutet nicht zwingend, dass der Verkehrsfluss behindert wird, ganz im Gegenteil, eine langsamere Fahrweise würde für mehr Übersicht und Entspannung sorgen.

Anja Lotz

 

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